Eine Enttäuschung? – Erste Reflektionen nach Rio+20

Es ist das eingetreten, was wir schon seit Monaten prophezeit haben: In der öffentlichen Diskussion bezeichnen viele Rio+20 als eine nicht genutzte Chance, wenn nicht sogar als Fehlschlag. Die größten globalen Herausforderungen werden – wenn überhaupt nur halbherzig angegangen, etwa der Klimawandel, der Verlust der biologischen Vielfalt und die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich. Böse Zungen sprechen von „Rio minus 20“.

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Zunächst müssen wir festhalten, dass die Rio-Konferenz von 1992 an vielen Stellen historisch verklärt wird. Auch damals haben sich viele mehr erwartet – die viel beschworene Verbindung von Umwelt- und Entwicklungspolitik war weder einfach noch wirklich erfolgreich. Den Ausspruch „wir wollen doch Umwelt und Entwicklung gemeinsam denken“ hört man im Kontext von Rio+20 wieder häufig – das beste Zeichen, dass das bis heute nicht gelungen ist. Eine Waldschutzkonvention existiert bis heute nicht und die tiefen Gräben zwischen „den Industrieländern“ und „den Entwicklungsländern“ bestehen bis heute. Viele Interessenskonflikte im Bereich Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung sind im Kern gleich geblieben, aber wesentlich komplexer geworden. Weiterlesen

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Rio+20 – die Gipfeltage

Hauptbestandteil der eigentlich Konferenz Rio+20 ist die Generaldebatte, in der alle Mitgliedsstaaten je einmal zu Wort kommen. Regierungschefs bzw. Minister haben jeweils 5 Minuten Redezeit, um etwa den weltweiten Kapitalismus zu verdammen (wie Evo Moralez für Bolivien), das eigene Land für sein nachhaltiges Wirtschaften zu loben (wie Dilma Rousseff für Brasilien) oder eine neue Weltordnung zu fordern (wie Mahmud Ahmadinedschad für Iran).

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Gerne wird auch an die Themen der Konferenz erinnert: Green Economy in the Context of Sustainable Development and Poverty Eradication und Institutional Framework for Sustainable Development. So ist zwar jede Rede als solche einzigartig, letztlich sind die Plenarsitzungen aber dennoch nur von begrenztem Unterhaltungswert. Daher ist der Sitzungssaal meist eher leer und die meisten hochrangigen Politiker kommen nur kurz vorbei, um ihre Rede vorzulesen. Das Geschehen im Plenarsaal wird von den UN live ins Internet übertragen. Weiterlesen

Rio+20 beginnt – das Ergebnis steht schon fest

Seit gestern läuft nun das „high level segment“, also die eigentliche Konferenz Rio+20. Das Abschlussdokument wurde schon am Dienstag verabschiedet, also bevor die eigentliche Konferenz überhaupt begann. Der Verhandlungsabschluss steht zwar unter Vorbehalt der endgültigen Zustimmung der Staats- und Regierungschefs am Schluss der Konferenz – anders als zunächst vermutet, wird an dem Papier aber nicht mehr gerüttelt.  

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Dass die Verhandlungen so früh abgeschlossen wurden, überraschte nicht nur uns, sondern auch viele andere Beobachter. Normalerweise wird bis Beginn des „High-Level Segment“ ein Großteil des Textes von der Arbeitsebene fertig verhandelt, so dass die Politiker sich noch mit den entscheidenden Streitfragen beschäftigen und dort Entscheidungen aushandeln. Bei Übernahme der Verhandlungsleitung hatte die brasilianische Regierung zwar angekündigt, das Dokument bis zum Beginn der Konferenz verabschieden zu wollen – geglaubt haben das die wenigsten. Weiterlesen

Nach dem Prepcomm

Seit Mittwoch wird in Rio den Janeiro über das Abschlussdokument verhandelt. Am Freitag ging mit dem 3. Prepcomm die letzte geplante Verhandlungsrunde zuende – eigentlich sollten die Tage bis zum Beginn der eigentlichen Konferenz mit bunten „Rio Dialogues“ verbracht werden. Bis Freitagabend waren nur 37% der Absätze vereinbart – am Ende der zusätzlichen Verhandlungsrunde Anfang Juni waren es 30%.

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Photo Credit: Hannah Freedman/SustainUS

Wie in New York wurden die einzelnen Abschnitte des Texts wieder in verschiedenen Arbeitsgruppen verhandelt. Während wenige Gruppen gut voran kamen, schienen die Debatten vielerorts festgefahren. Im Bereich der institutionellen Reform konnten kaum nennenswerte Fortschritte verzeichnet werden. Weiterlesen

Erster Start in Rio de Janeiro: Vorbereitungstage für Jugendliche zu Rio+20

Um Jugendliche, die nach Rio für Rio+20 kommen zusammenzubringen und vorzubereiten, fand in den letzten Tagen der so genannte Youth Blast statt, der von der MGCY organisiert wurde. Vom 7.-8. Juni kamen brasilianische Jugendliche zusammen, um auf verschiedenen Workshops etwas über nachhaltige Entwicklung zu lernen und gemeinsame Positionen dazu zu entwickeln.

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Am 10. Juni starteten dann die internationalen Tage, zu denen alle Jugendlichen, die nach Rio de Janeiro zu den Rio+20 Verhandlungstagen oder auch zu dem gleichzeitig statt findenden Peoples Summit, der parallel laufenden zivilgesellschaftlichen Konferenz, kommen, eingeladen waren.

Während den drei Tagen gab es zahlreiche Workshops zu verschiedenen Themen, von Workshops zur Beteiligung an politischen Prozessen bis zu Kreativ Workshops war für jeden etwas dabei. Auch unsere verschiedenen Taskforces: Green Economy, IFSD und Objectives, führten interessierte Teilnehmer in die Themen der Rio+20 Konferenz ein. Weiterlesen

European Youth call for more than just words in Rio

Pressemitteilung des Europäischen Jugendforums zu Rio+20:

European Young People will gather in Rio, Brazil next week for the final push to Sustainable Development. The conference, with a focus on greening the global economy and reform structures of the UN, is the first one in ten years to address such issues. 3,000 young people have registered to attend Rio+20 (more than any other group), but the conference remains on a knife edge.

After a week of final pre-negotiations (informal-Informals), young people from around Europe are calling for European states and in particular the European Union to make Rio a success. Goals and targets which could be in the form of Sustainable Development Goals, that take over from the Millennium development Goals when they end in 2015, are key to achieving action for youth. Weiterlesen