Eine Enttäuschung? – Erste Reflektionen nach Rio+20

Es ist das eingetreten, was wir schon seit Monaten prophezeit haben: In der öffentlichen Diskussion bezeichnen viele Rio+20 als eine nicht genutzte Chance, wenn nicht sogar als Fehlschlag. Die größten globalen Herausforderungen werden – wenn überhaupt nur halbherzig angegangen, etwa der Klimawandel, der Verlust der biologischen Vielfalt und die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich. Böse Zungen sprechen von „Rio minus 20“.

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Zunächst müssen wir festhalten, dass die Rio-Konferenz von 1992 an vielen Stellen historisch verklärt wird. Auch damals haben sich viele mehr erwartet – die viel beschworene Verbindung von Umwelt- und Entwicklungspolitik war weder einfach noch wirklich erfolgreich. Den Ausspruch „wir wollen doch Umwelt und Entwicklung gemeinsam denken“ hört man im Kontext von Rio+20 wieder häufig – das beste Zeichen, dass das bis heute nicht gelungen ist. Eine Waldschutzkonvention existiert bis heute nicht und die tiefen Gräben zwischen „den Industrieländern“ und „den Entwicklungsländern“ bestehen bis heute. Viele Interessenskonflikte im Bereich Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung sind im Kern gleich geblieben, aber wesentlich komplexer geworden. Weiterlesen

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