HLPF – 2. Tag: Von Wissenschaft bis nachhaltiger Konsum

Die ersten Sitzungen des zweiten Tages standen ganz im Zeichen der Wissenschaft. Zunächst trafen sich der Präsident des ECOSOCs, Vertreter von Wissenschaftsinitiativen und Vertreter der Major Groups, um auszuloten, wie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen „Policy and Science“, also politischer Gestaltung und Wissenschaft, gewährleistet werden kann. Anschließend öffnete dann der große Sitzungssaal seine Pforten für eine breitere Diskussion über selbiges Thema. Der Ablauf dieser und der Sitzungen generell kann man sich so vorstellen: zunächst präsentieren, vorgestellt vom Moderator, die Panellists (und gegebenenfalls auch sogenannte „Lead Discussants“) ihre Standpunkte und eröffnen damit die Diskussion. Anschließend sind es die Vertreter der Staaten, die ihrerseits die Möglichkeit bekommen ihren Standpunkt zu dem Thema darzustellen. Danach folgen die Major Groups. Wenn alle Beiträge überliefert wurden, erhalten die Panellists noch einmal die Möglichkeit abschließende Worte zu sprechen, ehe der Moderator die Diskussion zusammenfasst und die Session schließt.

Etwas anders läuft es bei den sogenannten Side-Events, die nämlich ohne jenen strikten Aufbau ablaufen. Auch hier gibt es Panellists und Moderator, aber im Anschluss an die Statements des Podiums erhält die „Audience“ die Möglichkeit ihrerseits Fragen zu stellen und an der Diskussion teilzuhaben. Von letzterem machten wir zum Beispiel beim Side Event rund um das Thema „Nachhaltiger Konsum“ Gebrauch, indem Leon die Preisgestaltung von Produkten thematisierte und die Diskutanten fragte, wie sie über eine nachhaltigere Besteuerung bestimmter Produkte denken, um die Folgekosten von umwelt- und sozialschädlichen Produkten für die Natur und die Gesellschaft abzubilden und in Zukunft nicht mehr die Verbraucher zu bestrafen, die nachhaltig einkaufen aber dafür hohe Preise zahlen.

Das Panel antwortete darauf, wenn auch mit einem eher kritischen und nicht zufriedenstellenden Tenor, da aus ihrer Sicht eine solche Preisgestaltung schwierig umzusetzen sei und bestimmen würde, was gut und was schlecht für die Verbrauchern wäre. Aber: wir hatten unseren Punkt gesetzt und die Debatte mit angestoßen.

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Der Nachmittag ging dann zunächst mit einer Session rund um Small Islands States weiter und der Frage, wie man diese am besten dabei unterstützen kann, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen – inklusive eine Videoschaltung zu Vertretern in Samoa und Barbados. Die Abendveranstaltung erweiterte dieselbe Fragestellung allgemein auf die Situation von betroffenen Staaten.

Dieser zweite Tag des HLPFs war also thematisch recht breit gemischt, wurde dominiert von Diskussionen und ließ, abgesehen vom „Nachhaltigen Konsum-Side Event“, eher weniger Platz für direkte Beteiligung und konkrete Ergebnisse. Was bisher gänzlich fehlt ist die Verhandlung von bestimmten Punkten, geschweige denn eine Debatte über die genaue Arbeitsdefinition des HLPFs. Wir hoffen, dass sich jene in den nächsten Tagen noch entwickelt, sind was das angeht aber eher skeptisch und daher auch einigermaßen irritiert. Wir halten euch in jedem Fall auf dem Laufenden und berichten, falls sich diesbezüglich etwas bewegt. Ein kleiner Ausblick noch auf den morgigen Mittwoch: der Tag wird sich hauptsächlich mit Fragen und möglichen Wegen der Implementation und der Überprüfung von den Rio-Ergebnissen beschäftigen. Zudem versprechen die Side-Events interessant zu werden: es wird um Fragen der Jugendbeteiligung und der institutionellen Ausgestaltung des HLPFs gehen.

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