Rio+20 – die Gipfeltage

Hauptbestandteil der eigentlich Konferenz Rio+20 ist die Generaldebatte, in der alle Mitgliedsstaaten je einmal zu Wort kommen. Regierungschefs bzw. Minister haben jeweils 5 Minuten Redezeit, um etwa den weltweiten Kapitalismus zu verdammen (wie Evo Moralez für Bolivien), das eigene Land für sein nachhaltiges Wirtschaften zu loben (wie Dilma Rousseff für Brasilien) oder eine neue Weltordnung zu fordern (wie Mahmud Ahmadinedschad für Iran).

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Gerne wird auch an die Themen der Konferenz erinnert: Green Economy in the Context of Sustainable Development and Poverty Eradication und Institutional Framework for Sustainable Development. So ist zwar jede Rede als solche einzigartig, letztlich sind die Plenarsitzungen aber dennoch nur von begrenztem Unterhaltungswert. Daher ist der Sitzungssaal meist eher leer und die meisten hochrangigen Politiker kommen nur kurz vorbei, um ihre Rede vorzulesen. Das Geschehen im Plenarsaal wird von den UN live ins Internet übertragen.

In der Eröffnungssitzung hatten alle Major Groups die Möglichkeit, zu den Staats- und Regierungschefs zu sprechen. Auch die Major Group for Children and Youth trug ein gemeinsam entwickeltes Statement vor:

Neben dem Plenum gibt es eine unüberschaubare Menge an Side Events. Diese Veranstaltungen dauern zwischen 90 und 180 Minuten und werden meist von Staaten, Major Groups oder NGOs organisiert. In Side Events werden häufig politische Initiativen vorgestellt und Projekte beworben und bestimmte Themen vertieft diskutiert. Sie sind meist formal gehalten: Verschiedene Panellisten geben jeweils für einige Minuten ein Statement ab, anschließend gibt es mehr oder weniger dynamische Fragerunden und Diskussionen. Zum Schluss kommen alle Panellisten noch einmal zu Wort, um erneut Stellung zu beziehen.

Vielleicht am Wichtigsten sind jedoch die unzähligen informellen Gespräche. Bei diesen Treffen, die meistens in der Nähe von Nahrungs- und Kaffeequellen stattfinden, tauschen sich Delegationsmitglieder, VIPs und Vertreter der Zivilgesellschaft tauschen sich untereinander aus – über den Verhandlungsstand, gemeinsame Positionen und unterschiedliche Vorstellungen. Diese Treffen finden meistens in der Nähe von Nahrungsquellen statt, hier im Riocentro also in einer eigenen Messehalle mit dem vielsagenden Namen Food Court oder auch im Innenhof.

Gestern haben wir beispielsweise Sandor Fülöp getroffen, dem parlamentarischen Kommissar für zukünftige Generationen in Ungarn. Gemeinsam mit ihm und vielen anderen haben wir uns in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt, dass in Rio die Einsetzung eines UN-Hochkommissars für zukünftige Generationen beschlossen wird. Diese Person könnte nachhaltiger Entwicklung ein Gesicht und zukünftigen Generationen eine Stimme im UN-System geben – leider konnten wir uns mit der Forderung allerdings nicht durchsetzen. Bei dem Treffen mit Sandor tauschten wir uns daher nicht nur über seine Arbeit in Ungarn aus, sondern diskutierten auch nächste Schritte, um Generationengerechtigkeit im UN-System fest zu verankern.

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